Charath ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Thermische Energietechnik der BTU Cottbus-Senftenberg und forscht in unserem Energy Storage and Conversion (ESC) Lab an sektorübergreifenden, CO₂-neutralen Energiesystemen auf Basis von grünem Wasserstoff.
Warum ist thermische Energietechnik so wichtig für ein nachhaltiges Energiesystem?
„Die thermische Energietechnik trägt maßgeblich zur Steigerung der Energieeffizienz bei, was die Integration erneuerbarer Energien ermöglicht und Umweltbelastungen reduziert.
Durch die Optimierung bestehender Systeme, die Nutzung von Abwärme sowie den Einsatz erneuerbarer Energietechnologien können Abhängigkeiten von fossilen Brennstoffen verringert und Treibhausgasemissionen gesenkt werden. Darüber hinaus schonen der Einsatz umweltfreundlicher Materialien und nachhaltige Herstellungsprozesse ohnehin knappe Ressourcen.“
Was hat ursprünglich Ihr Interesse an der thermischen Energietechnik geweckt?
„Mein Interesse entwickelte sich während meines Studiums, als mir zunehmend bewusst wurde, welchen Einfluss thermische Phänomene auf die Effizienz und Leistungsfähigkeit von Energiesystemen haben. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten zu Energieumwandlungstechnologien wurde mir klar, dass Thermodynamik und Wärmeübertragung nicht nur unterstützende Aspekte sind, sondern entscheidende Faktoren für die Optimierung von Systemen darstellen. Besonders die Anwendung dieser Prinzipien in der Entwicklung effizienter und nachhaltiger Energiesysteme – etwa in neuen Bereichen wie der grünen Wasserstofftechnologie – hat mich dazu motiviert, meine berufliche Laufbahn in diesem Feld einzuschlagen.“
Wie beeinflusst die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen Ihren Forschungsansatz?
„In meiner Arbeit zur Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse verbinde ich die thermische Energietechnik mit der Elektrochemie, der Materialwissenschaft und der Systemmodellierung. Die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus diesen Bereichen hilft mir, besser zu verstehen, wie thermisches Verhalten mit elektrochemischen Reaktionen, Materialeigenschaften und der Gesamteffizienz von Systemen zusammenwirkt.
Dieser interdisziplinäre Ansatz hat nicht nur meinen fachlichen Horizont erweitert, sondern ermöglicht es mir auch, Lösungen zu entwickeln, die sowohl theoretisch fundiert als auch praktisch umsetzbar sind. Gleichzeitig fördert er eine ganzheitliche Betrachtung von Systemen, bei der Wechselwirkungen auf Systemebene und reale Betriebsbedingungen berücksichtigt werden, und eröffnet neue Perspektiven für innovative Lösungsansätze.“
Was sind aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für thermische Energietechnik in den kommenden Jahren?
„Der weltweit steigende Energiebedarf erfordert weitere Verbesserungen der Energieeffizienz und eine konsequente Energieeinsparung. Gleichzeitig müssen nachhaltige Energielösungen entwickelt werden, darunter erneuerbare Energietechnologien sowie fortschrittliche thermische Energiespeichersysteme. Auch Innovationen im Bereich des thermischen Managements und der Energieumwandlung werden zunehmend an Bedeutung gewinnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Sicherstellung der Langlebigkeit und Zuverlässigkeit von Materialien unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen. Aktuelle Forschungsarbeiten zu neuen Materialien, verbesserter thermischer Integration und innovativen Systemdesigns zeigen bereits vielversprechende Ansätze. Insgesamt unterstreichen diese Herausforderungen die zentrale Bedeutung der thermischen Energietechnik für die Entwicklung effizienter, nachhaltiger und zukunftsfähiger Energiesysteme.“
Wir danken Charath Krishna Jarubula herzlich für seine Teilnahme an der Meet the Team-Reihe sowie für die offenen und fundierten Einblicke in seine Forschung und seine Perspektiven zur Rolle der thermischen Energietechnik in nachhaltigen Energiesystemen. Das Interview führte Annabel Vukosav.
