Blackout auf der Iberischen Halbinsel: EIZ-Professoren veröffentlichen technische Analyse

Jüngst kam es auf der Iberischen Halbinsel und in Teilen Südfrankreichs zu einem Ausfall der Stromversorgung. Die Professoren Mario Schenk, Kaveh Malekian und Harald Schwarz fassen in einer Analyse die aktuell verfügbaren Informationen im Sinne einer technik-orientierten Fachdiskussion zusammen.
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Ein Trenner bestehend aus Kreisen in den sechs Lab-Farben

Am 28. April 2025 gegen 12:33 Uhr MESZ ereignete sich ein Blackout in Spanien und Portugal. Als Information für Mitarbeitende und Studierende der BTU Cottbus-Senftenberg erläutern die Professoren Mario Schenk (Fachgebiet Hochspannungstechnik und Elektrische Anlagen), Kaveh Malekian (Fachgebiet Dezentrale Energiesysteme und Elektrische Netze) und Harald Schwarz (Emeritus des Lehrstuhls Energieverteilung und Hochspannungstechnik), die auch im Electric Power Systems (EPS) Lab des Energie-Innovationszentrums (EIZ) forschen, welche Schlüsse zum Ablauf gezogen werden können – auf Basis der öffentlich zugänglichen Informationen.

Innerhalb der ersten Stunden nach einem Blackout erfolgt in der Regel der kritische Netz- und Versorgungswiederaufbauprozess. An der BTU Cottbus-Senftenberg werden Szenarien zum Netzwiederaufbau sowie weitere kritische Netzzustände im Power-System-Simulator-Labor mithilfe realer Netzmodelle in Echtzeit nachgespielt und aus verschiedenen Perspektiven untersucht.

Die Unterzeichner verstehen diese Information als eine Zusammenfassung der aktuell verfügbaren Informationen im Sinne einer eher technik-orientierten Fachdiskussion und hoffen, dadurch das Verständnis geweckt zu haben, warum die aktuellen Analysen technisch sehr komplex und eben auch zeitintensiv sind.


Prof. Dr.-Ing. Mario Schenk
Fachgebiet Hochspannungstechnik und Elektrische Anlagen
T +49 (0) 355 69 4503
mario.schenk(at)b-tu.de

Prof. Dr.-Ing. Kaveh Malekian Boroujeni
Fachgebiet Dezentrale Energiesysteme und Elektrische Netze
T + 49 (0) 355 69 4030
malekian(at)b-tu.de

Prof. Dr.-Ing. Prof. h.c.mult. Harald Schwarz
Universitätsprofessor (a.D.) und Emeritus des Lehrstuhls Energieverteilung und Hochspannungstechnik
T +49 (0) 355 69 4502
harald.schwarz(at)b-tu.de


Im Energie-Innovationszentrum (EIZ) Cottbus forschen über 80 Wissenschaftler*innen der BTU Cottbus-Senftenberg in sechs vernetzten Laboren gemeinsam mit einem interdisziplinären Partnernetzwerk an innovativen Lösungen und Technologien für eine klimaneutrale Energieversorgung in der Lausitz und weltweit.

Das Electric Power Systems (EPS) Lab befasst sich mit netzbetrieblichen Fragestellungen zur Dezentralisierung und zum Umbau im Erzeugungssektor. Der Fokus in der Übertragungs- und Verteilnetzebene liegt auf der simulatorgestützten Untersuchung der Systemführung und des Netzwiederaufbaus. Hierfür wird ein betriebsrealistischer Netztrainingssimulator (Power System Simulator, PSS) weiterentwickelt. Für Forschungsarbeiten in der Niederspannungsebene entsteht ein SmartGrid-Reallabor, in dem an einer realen Anlageninfrastruktur die Kopplung zwischen den Sektoren Strom, Wärme, Kälte und Mobilität ermöglicht wird, um Technologien und deren sektorenübergreifenden Verbund im Realbetrieb zu untersuchen.

Zudem widmet sich das EPS Lab der Bemessung und Isolation von Hochspannungs-Schaltgeräten, die aufgrund zunehmender wechselrichtergespeister Erzeugung veränderten Isolationsbeanspruchungen ausgesetzt sind. In anlagen-orientierten Laboren, wie der Hochspannungshalle und der Klimakammer, wird das Verhalten von künftigen Hochspannungsbetriebsmitteln mit neuartigen umweltfreundlichen Isolierstoffen (anstelle von SF6 und Mineralölen) unter Klima- und Verschmutzungsbedingungen untersucht.

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Dr. phil. Britta Radkowsky
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-3837
britta.radkowsky(at)b-tu.de

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