Nived Bhoir ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Regelungssysteme und Netzleittechnik und Teil des COSYS Lab am Energie-Innovationszentrum (EIZ). In seiner Forschung beschäftigt er sich mit der Regelung und Stabilität netzgekoppelter leistungselektronischer Umrichter in modernen Energiesystemen, insbesondere im Hinblick auf deren dynamisches Verhalten und harmonische Effekte.
Im Rahmen des „Meet the Team“-Interviews spricht er über aktuelle Herausforderungen in der Netzstabilität, die zunehmende Bedeutung von leistungselektronischen Komponenten im Stromnetz sowie über die Rolle von Regelungstechnik in der Energiewende. Außerdem gibt er Einblicke, welche Fähigkeiten für Studierende in diesem Forschungsbereich besonders wichtig sind.
Könnten Sie kurz Ihren akademischen Werdegang und Ihre aktuelle Rolle am Lehrstuhl vorstellen?
„Ich habe 2019 meinen Bachelor of Engineering (B.E.) in Elektrotechnik an der University of Mumbai (Indien) abgeschlossen. Anschließend habe ich im Juli 2023 meinen Master of Technology (M.Tech.) in Elektrotechnik mit der Spezialisierung auf Regelungssysteme am Veermata Jijabai Technological Institute (VJTI) in Mumbai (Indien) erworben. Seit Oktober 2023 bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter (Ph.D.-Student) am Lehrstuhl für Regelungssysteme und Netzleittechnik tätig und arbeite zudem im COSYS Lab am Energie-Innovationszentrum (EIZ) der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus–Senftenberg.“
Woran arbeiten Sie derzeit im Bereich Regelungssysteme und Netzleittechnik?
„Meine Forschung konzentriert sich auf die Regelung und Stabilität netzgekoppelter leistungselektronischer Umrichter in modernen Energiesystemen, insbesondere im Hinblick auf ihr harmonisches Verhalten. Ziel ist es, die dynamischen Wechselwirkungen mit dem Netz besser zu verstehen und Regelungsstrategien zu entwickeln, die einen stabilen, zuverlässigen und qualitativ hochwertigen Betrieb des Energiesystems gewährleisten.“
Was sind derzeit die größten Herausforderungen in diesem Bereich?
„Eine zentrale Herausforderung besteht darin, die Stabilität in umrichterdominierten Energiesystemen aufrechtzuerhalten, da schnelle Dynamiken, komplexe Regelungsinteraktionen und harmonische Effekte die Analyse und den Entwurf von Regelungen erschweren.“
Was motiviert Sie persönlich in Ihrer Forschung und Arbeit?
„Mich motiviert die Möglichkeit, Methoden der Regelungstheorie auf reale Probleme in Energiesystemen anzuwenden und diese Lösungen auch praktisch umzusetzen und zu validieren.“
Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung von Netzleitsystemen und deren Rolle in modernen Energiesystemen?
„Netzleitsysteme werden sich in Richtung dezentraler und adaptiver Strukturen weiterentwickeln. Leistungselektronische Umrichter, insbesondere netzbildende Einheiten, werden eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Stabilität zu gewährleisten und den zuverlässigen Betrieb von Energiesystemen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien zu ermöglichen.“
Welchen Rat würden Sie Studierenden geben, die sich für dieses Fachgebiet interessieren?
„Ich würde Studierenden empfehlen, eine solide Grundlage in Regelungstheorie und Energiesystemen aufzubauen und gleichzeitig praktische Erfahrungen durch Simulationen und Anwendungen in realen Systemen zu sammeln.“
Wir danken Nived Bhoir herzlich für seine Teilnahme an der Meet the Team-Reihe sowie für die spannenden Einblicke in seine Forschung im Bereich moderner Energiesysteme und Regelungstechnik. Das Interview führte Annabel Vukosav.
