Dinesh Korrapati ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Energiewirtschaft und Teil des EECON Lab am Energie-Innovationszentrum (EIZ). In seiner Arbeit beschäftigt er sich mit der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Energieforschung, insbesondere mit der Analyse öffentlicher Kommunikation zur Energiewende mithilfe moderner Methoden der natürlichen Sprachverarbeitung.
Könnten Sie Ihren aktuellen Tätigkeitsbereich am Lehrstuhl für Energiewirtschaft kurz beschreiben?
„Am Lehrstuhl für Energiewirtschaft arbeite ich an der Schnittstelle von künstlicher Intelligenz und Energieforschung. Meine Aufgabe umfasst die Entwicklung und Anwendung von NLP-basierten Methoden, um zu analysieren, wie die Energiewende in der öffentlichen Kommunikation, insbesondere in den Nachrichtenmedien, widergespiegelt wird.,,
An welchen aktuellen Projekten oder Forschungsthemen arbeiten Sie derzeit besonders?
„Ich analysiere derzeit deutsche „Tagesschau“-Nachrichtendaten aus dem Zeitraum 2014 bis 2025. Dieses Projekt untersucht, wie sich Themen der Energiewende im öffentlichen Rundfunk über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt haben, sowohl im Hinblick auf das Volumen der Berichterstattung als auch darauf, wie sich die Narrative im Laufe der Zeit verändert haben.,,
Welche Methoden oder Ansätze spielen in Ihrer Arbeit eine zentrale Rolle?
„Meine Kernmethoden stammen aus dem Bereich der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP). Ich arbeite mit Sentimentanalyse zur Erkennung von Tonalität und mit Topic Modelling, um versteckte thematische Strukturen in großen Textkorpora aufzudecken. Maschinelles Lernen und LLMs sind dabei wesentliche Werkzeuge.,,
Welche Entwicklungen im Energiesektor halten Sie aktuell für besonders relevant oder zukunftsweisend?
„Neben technischen Innovationen wie Netzausbau oder Speicherlösungen halte ich die wachsende Bedeutung der öffentlichen Akzeptanz und des gesellschaftlichen Diskurses für besonders relevant. Der Erfolg der Energiewende hängt nicht nur von der Technologie ab, sondern auch davon, wie sie kommuniziert und wahrgenommen wird. Daher gewinnen Methoden, die helfen, die öffentliche Stimmung zu messen und zu verstehen – wie zum Beispiel die automatisierte Textanalyse – zunehmend an Bedeutung.,,
Wie würden Sie den praktischen Nutzen Ihrer Forschung für die Energiewende oder die Energiebranche beschreiben?
„Unsere Arbeit hilft, den Einfluss der Medien messbar zu machen. Indem wir verstehen, wie die Nachrichtenberichterstattung die öffentliche Meinung zur Energiewende prägt, können Akteure Fehlwahrnehmungen erkennen, frühzeitig auf öffentliche Bedenken eingehen und Kommunikationsstrategien entwickeln, die Unterstützung fördern statt Widerstand hervorzurufen. Das ist sowohl für die politische Gestaltung als auch für unternehmerische Entscheidungen wertvoll.,,
Wir danken Dinesh Korrapati herzlich für seine Teilnahme an der Meet the Team-Reihe sowie für die offenen und fundierten Einblicke in seine Forschung und seine Perspektiven zur Energiewende. Das Interview führte Annabel Vukosav.
